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Wahl-O-Mat am 21. März in Saarbrücken PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stephanie Buchheit   
Freitag, den 24. März 2017 um 08:48 Uhr

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Wahl-O-Mat am 21. März in Saarbrücken – in Kooperation mit dem Landesjugendwerk der AWO Saarland, der THW Jugend Saarland und der DLRG Jugend Saar
Die letzte Abend-Veranstaltung des Wahl-O-Mat on Tour begann unerwartet: 32 anwesende Interessierte und 6 Politiker*innen stimmten zu Beginn eine Runde „Happy-Birthday“ für Sarah Wenzel, Vorstandsmitglied des Landesjugendwerks, an. Danach ging es direkt los: Georg Vogel vom Landesjugendring begrüßte die Parteivertreter*innen von SPD, Linke, Piraten, Grüne, FDP und CDU, die Wahl-O-Mat-Etikette wurde vorgestellt und die Politiker*innen bezogen zu 18 Wahl-O-Mat-Thesen Stellung. Entschiedener und enthusiastischer Widerspruch von Barbara Meyer-Gluche gegen das Statement der FDP gegen Windkraft im Saarland, Georg Orwell-Vergleiche bzgl. des Ausbaus der Videoüberwachung seitens der Piraten, Kritik an der G8-Reform, Diskussionen um neue Arten des Religionsunterrichts in Schulen waren nur einige Themen, die während der Thesendarstellung bereits innerhalb der Politikerrunde zu regem Austausch führten. Was besonders die Präsenz des Wahl-O-Mats on Tour in den Schulen zeigt: Die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre erscheint durchaus nachvollziehbar bei nachweislich interessierten Schüler*innen mit guten Diskussionsbeiträgen. Schließlich verkrafte die Demokratie auch Rechtspopulisten – da komme sie auch mit Jugendlichen klar, so Piratenkandidat Gerd Rainer Weber.
Nach Abschluss der Thesenrunde ging es direkt über zur Diskussion mit den Teilnehmer*innen: Die erste Nachfrage folgte auf die Ausführungen zum Religionsunterricht in Schulen. Staatsverträge gegen Religionsfreiheit und Trennung von Kirche und Staat (bzgl. finanzieller Unterstützung), Etablierung eines neues Faches mit dem Titel „Lebensgestaltung, Ethik und Religionslehre“ oder islamischer Unterricht mit staatlich ausgebildeten Lehrkräften waren nur einige Diskussionspunkte.
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Anschließend drehten sich die Themen immer wieder um den Bereich Ehrenamt:
• Was tun gegen die fortschreitende Reduktion ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Jugend? Entzerrung im Schul- und Hochschulbereich, finanzielle Unterstützung der Jugendverbände sichern, aber auch die Notwendigkeit, dem gesellschaftlichen Mentalitätswandel mit einer individuellen Bewerbung des Ehrenamtes durch die Verbände entgegenzutreten waren hier die Lösungsideen.
• Wie lässt sich vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Schuldenbremse mit einhergehenden kommunalen Kürzungen im ehrenamtlichen Bereich in Jugendarbeit investieren? Finanziell investieren, konsumieren, Gelder akquirieren oder sparen – diese Debatte brachte die Politiker*innen mitunter vor dem Hintergrund, dass „Geld aus dem Fenster hinausgeworfen“ wurde, betrachte man die Investitionen in Saarbrücker Museumspavillon, HTW-Neubau, Fischzucht und Fußballstadion, in hitzige Diskussionen.
• Gibt es Handlungsstrategien bzgl. der Förderung außerschulischer Bildungsmaßnahmen hinsichtlich der Anpassung von kommunalen Richtlinien und Entbürokratisierungsforderungen? Im Rückblick auf die „desaströsen Erfahrungen“ von Barbara Meyer-Gluche beim Planspiel des Landesjugendrings am 07. März zum „Förderdschungel“ sind zwar Vereinheitlichungen zur Ehrenamtsfreundlichkeit und besseren Kalkulation von Maßnahmen der Jugendarbeit notwendig und nachvollziehbar, jedoch wirkt die Kreistagsstimme der Piraten ernüchternd: Man würde zwar gerne mehr tun, doch seien die bürokratischen Hürden besonders bei Geldfragen ziemlich hoch. Doch hierbei geht es nicht nur um finanzielle, sondern mitunter auch strukturelle Aspekte der Entbürokratisierung!
Während der Abschlussrunde, zu der jede*r Parteivertreter*in noch einmal für seine/ihre Partei werben konnte, wurde vermehrt deutlich, wie wichtig es grundsätzlich ist, wählen zu gehen! Ob nun für ein eigenständiges Saarland und einen stabilen Zukunftsplan, gegen Rechtpopulismus und für Bürgerrechte, für eine starke Mitte mit strukturellen Reformen, für den Kampf gegen soziale Ungleichheit und für frühkindliche Bildung, für einen politischen Richtungswechsel oder aktive Oppositionsarbeit – DEINE STIMME ZÄHLT am Sonntag, den 26. März, bei den saarländischen Landtagswahlen!
Insgesamt wirkten die Teilnehmer*innen und Parteivertreter*innen sehr motiviert und diskussionsfreudig. Besonders hervortreten konnte die Vertreterin der Grünen, die einen sympathischen und offensiven Eindruck machte, ihre Ausführungen mit Fachwissen und Fakten belegen konnte und wie immer „alles gab“, aber auch die CDU verkörperte ein stabiles Standing. Und auch Piraten und Linke lieferten Diskussionsbeiträge, die vorwiegend positiven Anklang fanden. Viele Themen wurde nicht angesprochen, brannten dem ein oder anderen jedoch noch auf der Seele. Zum Glück nahmen sich die meisten Politiker*innen auch nach der offiziellen Veranstaltung noch ein paar Minuten Zeit, um mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch zu kommen, neue Themen anzuschneiden oder bereits angesprochene zu vertiefen. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden für einen gelungenen Abend!

 
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